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25.09.2011, 22:18 Uhr
Iffezheimer Galopprennen vor dem Aus?
Reduzierung der Rennwettsteuer hätte fatale Folgen
(oe) Jedermann weiß, daß Galopprennen nur veranstaltet werden können, wenn der größte Teil der 16²/³ % Rennwettsteuer wieder in die Kasse des Rennbahnbetreibers zurückfließen. Seit Jahren gehen jedoch die Rennwettumsätze in Deutschland dramatisch zurück - weil viele große Wetter - sogenannte "Highroller" - ihre Wetten nicht mehr beim Totalisator sondern über das Internet abschließen.

Beispielsweise mit dem Wettanbieter "Racebet", der seinen Geschäftssitz in Malta hat. In Malta werden anstatt 16²/³% Rennwettsteuer lediglich 0,5% fällig. Entsprechend besser können die Quoten gestaltet werden. Und für den Rennveranstalter bleibt nichts in der klammen Totokasse.
 
Jetzt droht neues Ungemach:

Im Streit um den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag haben sich am Wochenende auf einer Tagung die Chefs der Staatskanzleien aller Bundesländer - mit Ausnahme von Schleswig-Holstein - auf einen weitaus geringeren Steuersatz zwischen 5 und 10 % verständigt.

Das wäre das sichere Aus für Galopprennen in Deutschland ! Denn bei einem nochmaligen Rückgang um 2/3 der Einnahmen aus der Rennwettsteuer liessen sich Pferderennen - auch und gerade auf der deutschen Vorzeigerennbahn in Iffezheim - nicht mehr finanzieren.

Eine endgültige Entscheidung solle Ende Oktober fallen, heißt es aus der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover auf eine heute bestätigte Anfrage des Nachrichtenmagazins "Spiegel" .

Hoffentlich wehren sich Herr Tiedke und die anderen Verantwortlichen im Kölner Direktorium, damit die Startglocke auf der Tribüne nicht zur Totenglocke für unsere Pferderennen wird.